Wir sterben !

An
das Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um
den Frei­staat Thü­rin­gen (Staats­kanz­lei)
das Thü­rin­ger Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um (TMWWDG)

Gotha, 02.03.2021

 

WIR FORDERN !!!

Sehr geehr­te Damen und Her­ren, der Gewerbeverein Gotha ist eine Ver­ei­ni­gung selbst­stän­di­ger Unter­neh­mer aus Indus­trie und Hand­werk, Han­del, Dienst­leis­tungs­ge­wer­be und der frei­en Beru­fe sowie der Ver­ei­ne, Ver­bän­de und sons­ti­gen Ver­ei­ni­gun­gen und juris­ti­schen Per­so­nen des öffent­li­chen Rechts, soweit deren wirt­schaft­li­che, gesell­schaft­li­che oder sozia­le Tätig­kei­ten der Ent­wick­lung der Resi­denz­stadt und des Land­krei­ses zugutekommen.
Der Ver­ein strebt deren Zusam­men­schluss im Bereich der Resi­denz­stadt Gotha und des Land­krei­ses zur Durch­set­zung ihrer Inter­es­sen an. Dabei sehen wir uns als Mitt­ler zwi­schen Poli­tik und Wirt­schaft. Aus Sor­ge um die wei­te­re Ent­wick­lung unse­rer Mit­glieds­be­trie­be schrei­ben wir Ihnen unse­re Forderungen.

Wir for­dern eine schnel­le und voll­stän­di­ge Öff­nung des Einzelhandels!
Uns und unse­ren Mit­glie­dern ist bewusst, dass eine ein­fa­che Öff­nung nicht die ent­gan­ge­nen Umsät­ze der letz­ten Mona­te ersetzt, und mit dem Tag einer Wie­der­eröff­nung der “Sta­tus quo ante” nicht ein­tref­fen wird.
Des­halb for­dern wir eine breit ange­leg­te Mar­ke­ting­kam­pa­gne, um mani­fes­tier­te Vor­be­hal­te in der Bevöl­ke­rung zu ent­kräf­ten, neu­es Ver­trau­en auf­zu­bau­en und den stets ver­ant­wor­tungs­vol­len Umgang der Unter­neh­men mit der Pan­de­mie zu beto­nen. Stel­len Sie auf reel­le Kon­zep­te ab, die auch wirt­schaft­lich funktionieren!

Wir for­dern Hil­fen nach der Öffnung!
Was pas­siert mit den in der Kri­se auf­ge­nom­me­nen Kre­di­ten, die teil­wei­se schon nach zwei Jah­ren fäl­lig sind? Augen­schein­lich besteht das gro­ße Pro­blem, dass vie­le Betrie­be nun die Monats­mie­ten und wei­te­re Ver­bind­lich­kei­ten, inso­fern die­se nicht in ein Über­brü­ckungs­geld fal­lend, vor sich her­schie­ben. Selbst wenn die Kauf­kraft bei einer Öff­nung von Null auf Hun­dert käme, lie­ßen sich die Ver­lus­te der letz­ten Mona­te nicht ohne Fremd­un­ter­stüt­zung auf­ho­len. Sich mit Kre­di­ten neu zu ver­schul­den darf hier nicht die Lösung sein – Wir for­dern eine finan­zi­el­le Unter­stüt­zung über den Zeit­punkt der Öff­nung hin­aus! Wir for­dern eine nach­hal­ti­ge Exit-Strategie!

Wir for­dern eine krea­ti­ve Unter­stüt­zung für eine leben­di­ge Verkaufskultur!
Wir for­dern eine akti­ve Innen­stadt­för­de­rung, wel­che die Markt­ver­schie­bung des letz­ten Jah­res kor­ri­gie­ren kann. Dazu zäh­len finan­zi­el­le Hil­fen für Ver­an­stal­tungs­pro­jek­te mit Bezug zum Han­dels­be­reich und eine zeit­wei­li­ge Auf­wei­chung der Sonntagsöffnungsregeln!

Wir for­dern einen Bürokratieabbau!
Zusätz­lich zu den schwe­ren Bedin­gun­gen der letz­ten Mona­te sind es ver­schie­de­ne Rechts­vor­schrif­ten, die es den Han­del- und Gewer­be­trei­ben­den schwie­rig machen, wie­der geschäft­lich fes­ten Boden zu erreichen.
Eine Ver­bes­se­rung der Abschrei­bungs­be­din­gun­gen für Unter­neh­men und eine Anhe­bung der Gren­zen hilft der Wirt­schaft. Gering­wer­ti­ge Wirt­schafts­gü­ter kön­nen im Augen­blick bis zu einem Wert von 800,00 € sofort abge­schrie­ben wer­den. Die­se Gren­ze muss ange­ho­ben wer­den. So kön­nen Unter­neh­men Kos­ten für die Wie­der­eröff­nung sofort abschrei­ben und ihre Liqui­di­tät unbü­ro­kra­tisch erhal­ten. Die­se Regeln sol­len für Bilan­zie­rer und als auch für Einnahme‑, Über­schuss­rech­ner gelten.
Mas­siv sind auch die Anfor­de­run­gen an die Umstel­lung auf die mani­pu­la­ti­ons­si­che­re Füh­rung der Kas­sen. Dies bedeu­tet für vie­le Unter­neh­men in die­ser schwie­ri­gen Zeit einen zusätz­li­chen wirt­schaft­li­chen Auf­wand für die Zer­ti­fi­zie­rung. Wir for­dern das Aus­set­zen die­ser Kas­sen­richt­li­nie bis 31.12.2022.
Die der­zei­ti­gen Regeln zur Kurz­ar­beit müs­sen wie­der auf den Stand vor dem 31.12.2020 gesetzt wer­den! Abzüg­lich der Kos­ten der Kurz­ar­beit muss man die ver­blei­ben­den Per­so­nal­kos­ten in der Fix­kos­ten­be­trach­tung zulas­sen, da Arbeit­neh­mer auch ver­plan­ten Urlaub neh­men, bzw. die Fei­er­ta­ge abge­deckt wer­den müs­sen. Wir for­dern die Auf­sto­ckung der Hil­fen (Über­brü­ckungs­hil­fe III) auf mind. 100 % d. Betriebs­kos­ten zzgl. des fik­ti­ven Unternehmerlohns!

Wir for­dern Gleichbehandlung!
Der­zeit kommt es zu einer enor­men Markt­ver­schie­bung! Den Händ­lern aus Bran­chen wie Flo­ris­tik / Elek­tro­nik und Wei­te­ren ist ein Ver­bot der Öff­nung auf­er­legt wor­den. Zum Teil wer­den jedoch in den der­zeit offe­nen Ver­kaufs­ein­rich­tun­gen, Bsp. Spiel­wa­ren­ver­kauf im Dro­ge­rie­markt, Flo­ris­tik im Lebens­mit­tel­ein­zel­han­del, eben der­ar­ti­ge Waren wei­ter­ver­kauft und auch ins­be­son­de­re der online Han­del pro­fi­tiert von der Schlie­ßung des sta­tio­nä­ren Han­dels und der ört­li­chen Dienst­leis­ter. Wir sehen kei­nen Unter­schied des Infek­ti­ons­ri­si­kos zwi­schen Fri­seur und Einzelhandelsgeschäft!

Wir for­dern Unter­stüt­zung beim Neu­start für unse­re Mitarbeiter!
Ihnen als unse­re gewähl­ten Poli­ti­ker soll­te bewusst sein, dass die aus­ge­spro­che­nen Auf­la­gen und Ver­bo­te auch Nach­wir­kun­gen haben. Stän­dig wer­den wir, als Unter­neh­mer­ver­band, hil­fe­su­chend mit Fra­gen kon­fron­tiert, wel­che nur von der Poli­tik beant­wor­tet wer­den kön­nen: Was pas­siert mit der ver­lo­re­nen Ren­te durch Kurz­ar­beit für unse­re Mit­ar­bei­ter? Gibt es auch einen Aus­gleich für die gering­fü­gi­gen Beschäf­tig­ten auf der soge­nann­ten 450 Euro Basis, die nun schon fast ein Jahr nicht mehr von uns beschäf­tigt wurden?
Auch bei der Pro­ble­ma­tik der Mit­ar­bei­ter­rück­füh­rung in den All­tag bedarf es einer Unter­stüt­zung. Sei es die Ser­vice­kraft, wel­che nach sechs Mona­ten Lock­down nicht mehr in ihre Dienst­klei­dung passt, oder die Ein­zel­han­dels­kauf­frau wel­che sich der psy­chi­schen Belas­tung im 40h – Job nicht mehr ohne wei­te­res stel­len kann.
Es wer­den uns jetzt schon die­se Hand­lungs­fel­der ange­zeigt. Wir sehen die­se Her­aus­for­de­rung auf uns alle zukom­men und wol­len uns die­ser Stel­len, doch auch die­se dro­hen­den Aus­fäl­le, müs­sen kom­pen­siert wer­den! – Hier­zu brau­chen wir Unterstützung!

Wir for­dern die Öff­nung der Schu­len und die Zuläs­sig­keit lern­be­glei­ten­der Hilfe!
Unse­re Mit­glieds­un­ter­neh­men arbei­ten auch im Bereich der Lern­be­glei­tung und Kom­pe­tenz­ver­mitt­lung. Durch sie wird die Basis für Aus- und Wei­ter­bil­dun­gen, egal in wel­chem Bereich gelegt. Laut PISA Stu­die von 2018 haben Schü­ler mit nied­ri­gen Basis­kom­pe­ten­zen (all­ge­mei­ne Schul­fä­hig­keit ist u.a. Ent­täu­schun­gen ertra­gen kön­nen, Regel­be­deu­tun­gen ver­ste­hen, moto­ri­sche Fähig­kei­ten etc. pp.) eine höhe­re Gefahr in vie­len Berei­chen aus­ge­grenzt zu wer­den. Gera­de Leis­tungs­schwa­che Schü­ler sind in den Natur­wis­sen­schaf­ten nicht in der Lage, auf Basis von All­tags­wis­sen Daten zu inter­pre­tie­ren und vali­de wis­sen­schaft­li­che Schluss­fol­ge­run­gen zu zie­hen. In Mathe­ma­tik sind sie nicht in der Lage, den unge­fäh­ren Preis eines Gegen­stands in einer ande­ren Wäh­rung anzu­ge­ben oder die Ent­fer­nung zwi­schen zwei Punk­ten über ver­schie­de­ne Rou­ten zu ver­glei­chen. Beim Lesen haben sie Schwie­rig­kei­ten, die zen­tra­le Idee eines Tex­tes zu erfassen.

Eine wei­te­re Beschrän­kung auf Distanz­un­ter­richt wäh­rend der Pan­de­mie wird die oben beschrie­be­ne Pro­ble­ma­tik ver­stär­ken. Der sowie­so schon beschwer­li­che Weg zur Ver­mitt­lung des Lehr­pla­nes wird immer mehr zum unüber­wind­ba­ren Hin­der­nis. Den Schü­lern wird auf die­se Wei­se die Grund­la­gen für eine spä­te­re Aus­bil­dung ent­zo­gen. Digi­ta­le Lern­an­sät­ze sind wenig hilf­reich, wenn der Zugang als Basis, sowie das Ver­ständ­nis zum Zugang fehlt und Hil­fen den betrof­fe­nen Haus­halt, auf­grund der Ein­schrän­kun­gen, nicht erreichen.
Inte­gra­ti­ons­hel­fer sind jeder­zeit, ganz gleich wel­cher Coro­na­stu­fe, sys­tem­re­le­vant. Sie ermög­li­chen beson­de­ren Schü­lern den Bil­dungs­zu­gang. Coro­nabe­ding­te Schlie­ßun­gen von Ein­rich­tun­gen erfor­dern eine Absi­che­rung der Inte­gra­ti­ons­hel­fer. Die Kos­ten­zu­sa­gen sei­tens der zustän­di­gen Ämter und Schul­trä­ger müs­sen wei­ter­hin bestehen bleiben!

Wir for­dern ein neu­es Den­ken für den Weg aus der Pandemie!
Was ein Lock­down in Bezug auf Fall­zah­len bewir­ken kann haben die letz­ten Mona­te gezeigt. Wir zwei­feln jedoch mas­siv dar­an, dass durch eine Schlie­ßung unse­rer Unter­neh­men noch mehr erreicht wird.
Des­halb for­dern wir eine Eva­lu­ie­rung der erfolg­ten Maß­nah­men und ein Umden­ken! Wir brau­chen jetzt Per­spek­ti­ven für Öff­nun­gen in allen Berei­chen der Unter­neh­mer­schaft, der Kul­tur und des Sports mit ent­spre­chen­dem Stu­fen­plan & Konzepten.
Wenn man das Virus, wie Minis­ter in Ber­lin ange­kün­digt haben mit einer „Bazoo­ka mit Wumms“ bekämp­fen will, dann darf sich die Ladung nicht als Platz­pa­tro­nen herausstellen.

In Erwar­tung einer schnel­len Klärung,

Andre­as Dötsch (Ver­eins­vor­sit­zen­der),
stell­ver­tre­tend für die Ver­eins­mit­glie­der und die loka­le Wirtschaft,
wel­che sich aktu­ell im Stich gelas­sen fühlen.

Gewerbeverein Gotha e.V.
Mön­chels­stra­ße 19
99867 Gotha
Tel: 03621–3505028
Mail: info@gewerbeverein-gotha.de

 

 

 


Sie möch­ten Ihre Stim­me erhe­ben und unse­ren offe­nen Brief kom­men­tie­ren und/oder ergän­zen,  nur zu! 
Die Web­sei­te hier­für lau­tet www.wir-sterben.de. Dort haben Sie die unmit­tel­ba­re Mög­lich­keit, einen Kom­men­tar oder State­ment öffent­lich zu hinterlassen!

Sie möch­ten unter­stüt­zen? Tei­len Sie die­sen Brief, sor­gen Sie für die not­wen­di­ge Aufmerksamkeit!

Dan­ke! 

Videoschaltkonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder am 3. März 2021
Überbrückungshilfe III oder Neustarthilfe / Stand 19.02.2021 – Überbrückungshilfe III

2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Ich bin schon lan­ge der Mei­nung, das alles was von unse­rer Regie­rung beschlos­sen wur­de nicht der Rea­li­tät ent­spricht. Mir ist bis­her kein Fall bekannt gewor­den, das sich jemand im Geschäft, im Kos­me­tik­sa­lon oder in der Gas­tro­no­mie infi­ziert hat. Das Pro­blem mit den vie­len infi­zier­ten liegt im pri­va­ten Bereich. Kei­ner sagt uns wo genau die Hot­spot sind,aber alle müs­sen dar­un­ter lei­ten. Unse­re Poli­ti­ker brau­chen sich ja kei­ne Sor­gen zu machen. Sie leben ja von unse­ren Steu­ern und wenn es nicht reicht erfin­den sie welche.
    Ich möch­te end­lich wie­der ein nor­ma­les Leben füh­ren dür­fen unter Berück­sich­ti­gung der hygie­ni­schen Maßnahmen

  • Hal­lo Herr Brühl, nut­zen Sie auch die Kom­men­ta­re­mög­lich­keit auf http://www.wir-sterben.de. Dort ist auch der Brief ver­öf­fent­licht und soll dem Emp­fän­ger ein Stim­muns­bild in den Kom­men­ta­ren geben. 

    Mit freund­li­chen Grüßen.

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