Dirk-Kollmar-Preis 2019 - Thüros GmbH

Die vier schönsten Worte für Thüringer
Die Laudatio auf den 2019er Preisträger hielt Olaf Seibicke. Der Hotelier und Chef im „Lindenhof“ hatte 2017 den Preis erhalten.

Seibicke bewies aufs Neue, dass er nicht nur ein hervorragender Gastgeber, sondern auch als Moderator und Laudator erfrischend anders ist.

So kennen nun Eingeborene wie Zugereiste (oder „Biegeschwemmde“, wie der gebildete Gothsche sagen würde), des Thüringers vier liebste Worte: „Der Grill ist an.“ Dass das einen direkten Bezug zum Preis und zu Gotha hat, wurde spätestens klar, als Seibicke vom Sauerländer Peter Schneider sprach. Der war mit Frau und Sohn nach der Wende nach Thüringen gekommen. Sie suchten und fanden eine Metallfabrik, aber erst nach einem privaten Grillerlebnis ihre wahre Berufung: „Vater und Sohn waren von der Improvisationsgabe der Thüringer begeistert, die sich eigene Grills bauten. Selbst Trommeln ausgedienter Waschmaschinen mussten dafür herhalten…“ Grille bauen – die Marktlücke schlechthin! Damit begann eine Erfolgsgeschichte, wurde „Thüros“ zur Marke, die heute weit über die deutschen Grenzen hin bekannt ist.

Auch deshalb, weil „Grillen eine Kultur ist, eine Wissenschaft und zugleich Menschen verbindet.“ Dies wäre ein Privileg in Zeiten, da man sich immer mehr entfremde, in denen menschliche Kontakte Mangelware seien und Freundschaften nur noch über soziale Medien geschlossen würden. „Da ist ein Grill auch ein Lagerfeuer, ein Feuer, an dem sich Menschen wärmen.“ Und – nicht zuletzt! –  dürfe der Mann am Grill noch ein Mann sein.

Längst sei ein Grill auch ein Statussymbol: „Mein Haus, mein Boot, mein Thüros-Grill.“ Der in seinem Hotel sei 23 Jahre alt, „sieht aber immer noch wie neu aus“, beteuerte Seibicke. DIE Thüringer Freizeitbeschäftigung sei für viele undenkbar ohne die Produkte der 30 Beschäftigten des Georgenthaler Familienunternehmens. An dessen Spitze stehe nun Christian Schneider, der sich in der Region engagiere, ohne Aufhebens davon zu machen. „Dafür reden andere gut über ihn wie die Grundschule im Ort oder die Freiwillige Feuerwehr.“

Schneider bekam den Preis aus den Händen von Dennis und Astrid Kollmar. Sie erinnerte sich an jene Zeit, als der Preis gestiftet wurde: „Vor 5 Jahren musste Maik Schulz (damals Vorsitzender des Gewerbevereins – ra) mich und meine Söhne überzeugen, in einer für uns schweren Zeit dem Preis den Namen meines Mannes und Vaters unserer Söhne zu geben. Aber es hat sich gezeigt – alle fünf Gewinner sind tolle und würdige Preisträger.“ Dann wandte sie sich direkt an Schneider: „…und in Ihrem Falle gibt es so viele Parallelen. 1992 kamen mein Mann und sein Vater nach Thüringen, auf der Suche nach einer Brauerei…“ Fast zeitgleich waren damals Schneiders in Thüringen zunächst in einem Friedrichrodaer Café gestrandet, dann gelandet.

v. r.: Astrid Kollmar, Christian Schneider und Dennis Kollmar. Foto: Dr. Bernd Seydel

 

Christian Schneider dankte sichtlich gerührt für die „tolle Auszeichnung“. Er fühle sich geehrt und trotz Sauerländer Wurzeln gehöre er jetzt zu den „verrückten Thüringern, die nicht nur Bratwurst“ grillten. Seine intime Kenntnis dieser Volksgruppe, gepaart mit dem besonderen sauerländischen Humor, machte er deutlich, als er dann verkündete, im Durchschnitt würde jeder und jede hier im Freistaat alle 33,17 Stunden eine Bratwurst essen. Das wären 264 Stück pro Kopf und Jahr…

Und zum guten Schluss gab er dem Auditorium zwei Dinge mit auf den Weg: „Haben Sie Mut, nehmen Sie Ihre Ideen und entwickeln Sie sie! Und denken Sie immer daran – nicht nur in der Familie, sondern auch in der Wirtschaft spielt Partnerschaft die entscheidende Rolle, denn nur in partnerschaftlicher Verbundenheit kommt man voran.“

 

Auszug Oscar am Freitag / Rainer Aschenbrenner

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