2019 – Thüros GmbH

Herr Christian Schneider

Thü­ros GmbH
Bahn­hof­stra­ße 55
99887 Geor­gen­thal

Die vier schöns­ten Wor­te für Thü­rin­ger
Die Lau­da­tio auf den 2019er Preis­trä­ger hielt Olaf Sei­bi­cke. Der Hote­lier und Chef im „Lin­den­hof“ hat­te 2017 den Preis erhal­ten.

Sei­bi­cke bewies aufs Neue, dass er nicht nur ein her­vor­ra­gen­der Gast­ge­ber, son­dern auch als Mode­ra­tor und Lau­da­tor erfri­schend anders ist.

So ken­nen nun Ein­ge­bo­re­ne wie Zuge­reis­te (oder „Bie­ge­schwemm­de“, wie der gebil­de­te Goth­sche sagen wür­de), des Thü­rin­gers vier liebs­te Wor­te: „Der Grill ist an.“ Dass das einen direk­ten Bezug zum Preis und zu Gotha hat, wur­de spä­tes­tens klar, als Sei­bi­cke vom Sauer­län­der Peter Schnei­der sprach. Der war mit Frau und Sohn nach der Wen­de nach Thü­rin­gen gekom­men. Sie such­ten und fan­den eine Metall­fa­brik, aber erst nach einem pri­va­ten Gril­l­er­leb­nis ihre wah­re Beru­fung: „Vater und Sohn waren von der Impro­vi­sa­ti­ons­ga­be der Thü­rin­ger begeis­tert, die sich eige­ne Grills bau­ten. Selbst Trom­meln aus­ge­dien­ter Wasch­ma­schi­nen muss­ten dafür her­hal­ten…“ Gril­le bau­en – die Markt­lü­cke schlecht­hin! Damit begann eine Erfolgs­ge­schich­te, wur­de „Thü­ros“ zur Mar­ke, die heu­te weit über die deut­schen Gren­zen hin bekannt ist.

Auch des­halb, weil „Gril­len eine Kul­tur ist, eine Wis­sen­schaft und zugleich Men­schen ver­bin­det.“ Dies wäre ein Pri­vi­leg in Zei­ten, da man sich immer mehr ent­frem­de, in denen mensch­li­che Kon­tak­te Man­gel­wa­re sei­en und Freund­schaf­ten nur noch über sozia­le Medi­en geschlos­sen wür­den. „Da ist ein Grill auch ein Lager­feu­er, ein Feu­er, an dem sich Men­schen wär­men.“ Und – nicht zuletzt! –  dür­fe der Mann am Grill noch ein Mann sein.

Längst sei ein Grill auch ein Sta­tus­sym­bol: „Mein Haus, mein Boot, mein Thü­ros-Grill.“ Der in sei­nem Hotel sei 23 Jah­re alt, „sieht aber immer noch wie neu aus“, beteu­er­te Sei­bi­cke. DIE Thü­rin­ger Frei­zeit­be­schäf­ti­gung sei für vie­le undenk­bar ohne die Pro­duk­te der 30 Beschäf­tig­ten des Geor­gen­tha­ler Fami­li­en­un­ter­neh­mens. An des­sen Spit­ze ste­he nun Chris­ti­an Schnei­der, der sich in der Regi­on enga­gie­re, ohne Auf­he­bens davon zu machen. „Dafür reden ande­re gut über ihn wie die Grund­schu­le im Ort oder die Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr.“

Schnei­der bekam den Preis aus den Hän­den von Den­nis und Astrid Koll­mar. Sie erin­ner­te sich an jene Zeit, als der Preis gestif­tet wur­de: „Vor 5 Jah­ren muss­te Maik Schulz (damals Vor­sit­zen­der des Gewer­be­ver­eins – ra) mich und mei­ne Söh­ne über­zeu­gen, in einer für uns schwe­ren Zeit dem Preis den Namen mei­nes Man­nes und Vaters unse­rer Söh­ne zu geben. Aber es hat sich gezeigt – alle fünf Gewin­ner sind tol­le und wür­di­ge Preis­trä­ger.“ Dann wand­te sie sich direkt an Schnei­der: „…und in Ihrem Fal­le gibt es so vie­le Par­al­le­len. 1992 kamen mein Mann und sein Vater nach Thü­rin­gen, auf der Suche nach einer Braue­rei…“ Fast zeit­gleich waren damals Schnei­ders in Thü­rin­gen zunächst in einem Fried­rich­ro­da­er Café gestran­det, dann gelan­det.

Chris­ti­an Schnei­der dank­te sicht­lich gerührt für die „tol­le Aus­zeich­nung“. Er füh­le sich geehrt und trotz Sauer­län­der Wur­zeln gehö­re er jetzt zu den „ver­rück­ten Thü­rin­gern, die nicht nur Brat­wurst“ grill­ten. Sei­ne inti­me Kennt­nis die­ser Volks­grup­pe, gepaart mit dem beson­de­ren sauer­län­di­schen Humor, mach­te er deut­lich, als er dann ver­kün­de­te, im Durch­schnitt wür­de jeder und jede hier im Frei­staat alle 33,17 Stun­den eine Brat­wurst essen. Das wären 264 Stück pro Kopf und Jahr…
Und zum guten Schluss gab er dem Audi­to­ri­um zwei Din­ge mit auf den Weg: „Haben Sie Mut, neh­men Sie Ihre Ideen und ent­wi­ckeln Sie sie! Und den­ken Sie immer dar­an – nicht nur in der Fami­lie, son­dern auch in der Wirt­schaft spielt Part­ner­schaft die ent­schei­den­de Rol­le, denn nur in part­ner­schaft­li­cher Ver­bun­den­heit kommt man vor­an.“

Aus­zug Oscar am Frei­tag / Rai­ner Aschen­bren­ner

Chris­ti­an Schnei­der, Dirk-Koll­mar-Preis­trä­ger 2019 mit Astrid und Den­nis Koll­mar.

Impressionen der Preisverleihung !

Menü
X