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Offener Brief an die Landesregierung!

Offener Brief an die Landesregierung!

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Bodo Ramelow, sehr geehrte Frau Gesundheitsministerin Heike Werner, verehrte Vorsitzender der Landtagsfraktionen, sehr geehrte Damen und Herren Landtagsabgeordnete, in dieser uns alle aufwühlenden und schwierigen Zeit möchten auch wir uns, wie unsere Kollegen aus Eisenach an Sie wenden, um vor der morgigen Landtagssitzung noch einmal unsere Sicht der Dinge darzulegen.

Wir sind zutiefst überzeugt davon, dass auch Sie als Verantwortliche es sich angesichts der Zahlen nicht leicht mit den Entscheidungen machen und am Ende niemand den richtigen Weg im vorne herein kennt.  Gleichzeitig sehen wir in unseren eigenen Reihen, wie unsere Kollegen und Mitglieder mit viel Liebe zum Detail und unter Beachtung aller bisher geltenden Vorschriften den Gothaer Weihnachtsmarkt vorbereitet haben. Nun stehen diese von uns motivierten Mitglieder erneut vor der Absage der Veranstaltung und der durch uns und andere zugesprochene Mut und die Zuversicht gehen diesmal wohl unwiederbringlich verloren.  Wir bitten Sie  die Entscheidung, zum Verbot des Weihnachtsmarktes (2-G an frischer Luft) zu überdenken.

In diesen schwierigen Zeiten braucht es Sicherheit, Hoffnung, aber zudem Verlässlichkeit.

Es ist daher auch für die Vermittlung von politischem Handeln kontraproduktiv, wenn zunächst von Landesseite Signale gesendet werden, dass 2-G-Weihnachtsmärkte möglich sein werden, um sie dann kurz nach deren Eröffnung wieder zu schließen, hinterlässt dies nicht nur bei den Betreibern  ein starkes Zweifeln. Bitte verstehen Sie, dass wir uns im vergangenen Jahr in einem überdurchschnittlichen Maße für die Verteidigung und Kommunikation der Entscheidungen der Landesregierung starkgemacht haben.

Natürlich schreiben wir diese Zeilen auch im wohlverstandenen Eigeninteresse. Wir Gothaer Einzelhändler haben uns nun zwei Jahre lang an alle Vorgaben gehalten, haben unseren Teil dazu beigetragen, dem Virus zu begegnen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern. Die meisten von uns, aber beileibe nicht alle haben diese Zeit geschäftlich überstanden – auch dank der Hilfe von Bund und Land.

Mit der aktuellen Entscheidung stehen nun wieder die inhabergeführten kleinen Einzelhändler, die Soloselbstständigen, wie diese sich nun seit 2 Jahren klassifizieren dürfen, vor dem Aus.

Der Verlust des Weihnachtsmarktes riskiert das ohnehin schon schwierige Weihnachtsgeschäft ganz. Weitere Kundinnen und Kunden werden in den Online-Handel abwandern und werden wir uns von weiteren Geschäften verabschieden müssen – mit allen Folgen, die das für die Inhaber, die Beschäftigten, die Innenstadt und die ganze Region hat.

Wir sind keine Virologen, aber was wir von der Wissenschaft hören, ist, dass 2-G-Modelle für solche Veranstaltungen möglich sind, keine Pandemietreiber sind — zumal, wenn es sich kontrolliert, unter freiem Himmel abspielt. Unsere Bedenken gehen dahin, dass sich die Menschen in Ermangelung des kontrollierten Glücks des Zusammenseins auf dem Weihnachtsmarkt  verstärkt privat treffen, um einen gemeinsamen Glühwein zu trinken – in Garagen, Gartenhäusern, Innenhöfen und das eben ohne Kontrolle auf  geimpft, genesen, und ohne Abstand, Hygiene oder Masken.

In diesem Sinne erhoffen wir uns, dass Sie auch unserer Argumente bei Ihrer Entscheidung in Ihren Herzen und Köpfen bewegen. So wie die vielen regionalen Weihnachtsmärkte, steht auch unser Gothaer Weihnachtsmarkt als Signal für die Hoffnung auf bessere Zeiten. Diese Hoffnung in Zeiten von sozialem Abstand zu Freunden und Familien zu beschneiden, entfernt uns weiter vom Gemeinsam und beflügelt die subjektive Spaltung der Bevölkerung.

 

Gewerbeverein Gotha e.V.

Kabinettbeschluss vom 23.11.2021 | Teil-Lockdown
Ersatzmarkt statt Weihnachtsmarkt!

3 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Ich sehe es ganz genauso . Es ist sehr schade, das Gäste nicht auf den Weihnachtsmarkt dürfen … aber ins Fussballstadion …
    Mir platz bald der Kragen !
    Carola Kuhn , Holiday Land Reisebüro.

  • Doreen Wagner-Kernchen
    24. November 2021 06: 57.

    Ich bin da ganz bei Ihnen, würde auch 2G+ für eine noch größere Sicherheit akzeptieren.
    Die Menschen sind gewillt, alles gegen die Ausbreitung des Corona Virus zu tun, deshalb muss man ihnen nicht alles verbieten/wegnehmen.

  • Antje Antje Prinz
    25. November 2021 02: 25.

    Ich bin für dieses Verbot von Weihnachtsmärkten unendlich dankbar, auch wenn ich die Sorgen der Gewerbetreibenden nachvollziehen kann. Im Land, in ganz Europa – ja weltweit – tobt der Wahnsinn, unendlich viele Menschen leiden, erkranken und sterben sogar. Ich bin dankbar, dass auch meine diesbezüglichen Ängste und Sorgen einmal ernst genommen werden. Ich wünsche allen sehr viel Kraft, Besonnenheit, Gesundheit und berechtigte Hoffnung in die Zukunft!

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